Inklusion von Frauen am Berg: Bestandsaufnahme und Herausforderungen

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Nicolas Arquin

SEO-Webredaktor

Inklusion von Frauen am Berg: die Herausforderungen im Überblick. Entdecken Sie die Erfahrungsberichte von Marion Haerty und Isabelle Liardet! 

Inklusion von Frauen am Berg: die Herausforderungen verstehen und diejenigen würdigen, die etwas bewegen

Der Berg, lange ein männlicher Spielplatz

Als echter Raum der Freiheit für alle fragt der Berg nicht nach dem Geschlecht derer, die sich der Herausforderung stellen, ihn zu erobern. Und doch galt er lange als männlicher Spielplatz. Aber die Bergbegeisterten haben beschlossen, das Wort zu ergreifen. Mehrere Initiativen sind heute Symbole für gemischte Gruppen am Berg und für diese Inklusion von Frauen am Berg. Der Bergsport von Frauen im alpinen Umfeld wird heute gewürdigt. Zur grossen Freude aller …

Eine wachsende, aber noch fragile weibliche Präsenz

Eine schrittweise Öffnung der Sportarten

Die Bergsportarten werden tatsächlich weiblicher. Laut einer Studie der Website skimetrics.fr aus dem Jahr 2025 machen Frauen 47 % der Skifahrenden in den französischen Skigebieten aus. Der Skisport scheint den Zugang zum Berg also erfreulich zu erleichtern.
Ein Unterschied bleibt jedoch bestehen, denn laut einer IPSOS-Studie aus dem Jahr 2022 geben 17 % der Männer an, regelmässig Ski zu fahren, gegenüber 11 % der Frauen.
In einem 2019 veröffentlichten Artikel erinnerte Véronique Reynier (Forscherin am Labor Sport et environnement social) zudem daran, dass Frauen nur ein Viertel der Snowboarder ausmachten.

Der Berg, ein körperlich forderndes Umfeld

Es ist also noch ein weiter Weg bis zur vollständigen Gleichstellung der Geschlechter am Berg. Wir haben zwei bekannte Persönlichkeiten des Bergsports nach ihrer Meinung gefragt. Sie ziehen dabei eine nüchterne Bilanz, so wie Isabelle Liardet. Die Schweizerin, Mitglied der Leitung des Hochschulsports Sport Santé der Universität Lausanne (UNIL) und der Ecole Polytechnique Fédérale de Lausanne (EPFL), teilt ihre Analyse. «Im Schweizer Alpen-Club haben gewisse Sektionen die Parität erreicht. Frauen sind erst spät zum Hochgebirgssport und zum Freeriden gekommen, und wir müssen Jahrzehnte aufholen. Wir liegen hundert Jahre hinter den Männern zurück, und es braucht Zeit, das wettzumachen. Ausserdem gibt es unter den Bergführern viel weniger Frauen. Ich gebe gerne zu, dass die Physiologie von Mann und Frau nicht dieselbe ist, und diese Berufe verlangen ziemlich hohe körperliche Fähigkeiten. Ich glaube, es gibt Frauen, welche die Technik und alle Kompetenzen haben, aber aus körperlichen Gründen an sich zweifeln», sagt die Expertin, die an der Entwicklung des Programms von WEMountain mitgewirkt hat.

Ein elitäres Umfeld

Viermal auf der Freeride World Tour gekrönt, hat auch die Französin Marion Haerty eine Meinung zur Inklusion von Frauen am Berg. «Ich bin vor 10 Jahren nach Chamonix gekommen, heute gibt es viel mehr Frauen, die am Berg sichtbar und aktiv sind. Das ist positiv. Das Bergmilieu bleibt aber sehr elitär. Ich habe einen Einsteigeranlass ins Leben gerufen (Level Up, Anm. d. Red.), damit Riderinnen mit Splitboard und beim Freeriden in die Berge gehen können. Als Frau ist es schwer, in diesem Milieu dazuzugehören. Wir haben nicht unbedingt dasselbe Niveau oder dieselben Fortschritte wie ein Mann. Ich bin deswegen nicht wütend, der Berg ist schön, aber gleichzeitig auch unwirtlich.»

Die Snowboard-Meisterin erinnert daran, dass die Berufe von Hochgebirgsführerinnen, Instruktorinnen oder Skilehrerinnen harte, sehr körperliche Arbeit sind, vergleichbar mit dem Beruf einer Spitzensportlerin. «Allerdings entwickeln sich Initiativen, damit mehr Frauen in die Berge gehen», relativiert Marion Haerty.

Gründe, an gemischte Gruppen am Berg zu glauben

Der Beitrag des Festivals Femmes en montagne

Das Filmfestival Femmes en montagne, 2019 vom Verein On ne n’est pas que des collants gegründet, hat seinen Platz im alpinen Umfeld gefunden. Das Ziel des Festivals: die Gleichstellung von Frauen und Männern zu fördern. Das Festival zeigt dafür Porträts von Frauen, deren roter Faden der Berg ist. Packende Filmgeschichten und eine Art, die Präsenz von Frauen in den Bergsportarten sichtbar zu machen. Das freut die Riderinnen ebenso wie die Skifahrerinnen, aber auch Bergführerinnen, Instruktorinnen, Skilehrerinnen und Expertinnen.

Der Einfluss weiblicher Vorbilder

Als junge Athletin macht es oft den entscheidenden Unterschied, sich mit einer Meisterin oder einer anderen erfahrenen Riderin identifizieren zu können.
Das trifft sich gut: Marion Haerty gibt ihr Wissen gerne weiter, insbesondere an ihrem Anlass «Level Up». Eine Initiative, die Anerkennung verdient, wenn man weiss, dass jede zweite Jugendliche vor dem 15. Lebensjahr mit dem Sport aufhört (Studie der MGEN mit dem Institut Kantar, veröffentlicht im Januar 2026).

WEMountain bietet den Riderinnen, die an «Level Up» teilnehmen, übrigens Ausbildungen an. Ein Beweis für das schöne gegenseitige Vertrauen zwischen Marion Haerty und WEMountain.

Marion Haerty, die seit 10 Jahren in Chamonix lebt, konnte selbst auch auf Vorbilder zählen und ist stolz darauf, die Fackel heute weiterzugeben.
«Auf Vorbilder zählen zu können, ist enorm wichtig. Beispiele von Frauen zu haben, die es geschafft haben, ist auf jeden Fall hilfreich. Ich bin übrigens oft mit einer neuen Generation von Riderinnen unterwegs. Sie sind enorm beeindruckend! Als wir klein waren, haben wir uns viel mehr mentale Grenzen gesetzt, die uns die Gesellschaft auferlegte. Heute stellen sich die Mädchen auf dieselbe Stufe wie die Jungen, sie wollen dasselbe machen wie sie und haben in gewissen Bereichen mehr Selbstvertrauen», freut sich Marion.

Isabelle Liardet sieht das genauso: «Eine Frau, die von Vorbildern oder Schlüsselpersonen ermutigt wird, hat noch mehr Lust und fühlt sich eher am richtigen Platz. Heute ist der Weg vorgezeichnet, wir haben in allen Bereichen des Bergsports viele weibliche Vorbilder, sei es beim Skifahren, Snowboarden, Freeriden, Freestyle oder Klettern … Man sollte sich von ihnen inspirieren lassen und hören, was sie zu sagen haben, ihren Werdegang kennenlernen.» 

«Ich finde diese Programme wirklich wichtig, um Frauen, die lange riden möchten, die Schlüssel zur Risikoprävention in die Hand zu geben. So fühlen sie sich danach fähig, die Verhältnisse zu beherrschen, zu wissen, ob sie gehen sollen oder nicht, und Entscheidungskriterien zu haben, die auf der Wissenschaft beruhen», erklärt Isabelle Liardet.

WEMountain, ein echter Akteur der Inklusion von Frauen am Berg

Frauen, denen Sicherheitsfragen am Herzen liegen

Als wichtiger Akteur der Sicherheit am Berg bietet WEMountain Online-Kurse und Geländekurse zur Lawinenprävention an. 35 % seiner mehr als 5000 Mitglieder (aus 52 Ländern) sind übrigens Frauen. Ein schöner Beweis dafür, dass die WEMountain-Methode Frauen überzeugt.

WEMountain geniesst das Vertrauen weiblicher Safety Angels (Botschafterinnen).
Hier sind sie:

  • Zuzanna Witych (Freeride World Champion 2026);
  • Marion Haerty (4X FWT Champion);
  • Mia Jones (FWT Champion 2026);
  • Anna Martinez (2. Gesamtrang FWT 2026);
  • Justine Dufour-Lapointe (2x FWT Champion);
  • Astrid Cheylus (2. Gesamtrang FWT 2024, 3. FWT 2025);
  • Nuria Castan Baron (2. Gesamtrang FWT 2024, 3. Gesamtrang FWT 2025);
  • Arianna Tricomi (3x FWT Champion);
  • Estelle Rizzolio (3. Gesamtrang FWT 2023);
  • Francine Janet-Moreillon (dreifache Freeride-Weltmeisterin im Ski);
  • Lara Paul;
  • Erika Vikander (2. Gesamtrang FWT 2022);
  • Erin Sauve (FWT Champion 2024);
  • Céline Marchand;
  • Megane Betend (3. Gesamtrang FWT 2023);
  • Chemmy Alcott (4 x Olympionikin);
  • Sybille Blanjean (2. Gesamtrang FWT 2026).

Danke an sie für ihre Unterstützung von WEMountain, genau wie an die männlichen Safety Angels!

Eine Partnerschaft mit Reaching Summits für die Patrouille des Glaciers

WEMountain engagiert sich zudem seit mehreren Jahren bei der Patrouille des Glaciers. So besteht eine Partnerschaft mit Reaching Summits, das reine Frauenteams an diesem legendären Rennen an den Start bringt. Eine weitere Gelegenheit, zur Inklusion von Frauen am Berg beizutragen und Geschlechterklischees am Berg aufzubrechen. 

FAZIT – Gemischte Gruppen am Berg, ein gesunder Anspruch

Heute möchten immer mehr Frauen mit dem Bergsport beginnen. Begleitet von wohlwollenden Menschen, werden sie nach und nach ihr Grundwissen und ihr Selbstvertrauen aufbauen. Geleitet von einem fundierten Ansatz für die Sicherheit am Berg, werden diese Frauen ihre Kompetenzen Schritt für Schritt ausbauen. Kann das zu Frustrationen führen? «Seien Sie geduldig mit Ihrem Fortschritt, denn er kommt nicht von heute auf morgen, und seien Sie nicht zu streng mit sich selbst. Feiern Sie auch jeden kleinen Erfolg!», rät Marion Haerty. Sie ruft dazu auf, Frauen, die im Bergmilieu etwas wagen und gesellschaftliche Klischees verändern wollen, zu respektieren und willkommen zu heissen. Die Botschaft ist angekommen! 

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