Die LVS-Suche, ein entscheidender Moment für die Rettung einer verschütteten Person

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Nicolas Arquin

SEO-Webredaktor

Die LVS-Suche ist nie einfach. Victor Liebenguth hat zwei von einer Lawine verschüttete Snowboarderinnen gerettet. Lesen Sie seinen Erfahrungsbericht!

LVS-Suche: Risiken und Realität richtig einschätzen

Bei einer Lawine ist eine LVS-Suche ganz klar keine einfache Übung. Sie findet unter Druck statt, in der Kälte, während «die Uhr tickt». Der Retter ist Stress und Müdigkeit ausgesetzt, die die Entscheidungsfindung am Berg trüben. Jede verlorene Sekunde verringert die Überlebenschancen der verschütteten Person. Nach 30 Minuten unter dem Schnee liegt das Sterberisiko bei 60 %.
Auf die LVS-Suche vorbereitet zu sein heisst also, die Chancen zu erhöhen, im richtigen Moment wirksam zu handeln, mit seinem Lawinenverschütteten-Suchgerät.

LVS-Suche: die wichtigsten Phasen

Signalsuche: die richtigen Reflexe

Wie läuft eine LVS-Suche ab?
Die Suche nach einer verschütteten Person mit dem LVS beginnt mit der Signalsuche. Schalten Sie alle LVS der Gruppe (die die Suche aufnimmt) in den Modus «Suchen» und halten Sie Ihr LVS neben Ihr Ohr.

  • Wenn Sie allein eingreifen, bewegen Sie sich im Zickzack über die Oberfläche der Lawine in Richtung ihres unteren Endes.
  • Wenn mehrere Retter vor Ort sind, gehen Sie in gerader Linie vor und halten Sie untereinander den Abstand der Suchstreifenbreite ein, die auf den LVS angegeben ist.
  • Achtung: Tragen Sie weder die Sonde noch die Lawinenschaufel in derselben Hand wie Ihr LVS im Modus «Suchen». Sonst können falsche Distanzangaben erscheinen.

Grobsuche

Die Grobsuche beginnt, sobald das LVS ein Signal empfängt. Das Gerät zeigt einen Richtungspfeil mit einer Distanzangabe in Zahlen an. Ziel ist dann, die Distanz zu verringern. Bei 3–4 m angekommen, führen Sie das LVS mit ausgestrecktem Arm dicht über die Schneeoberfläche. Suchen Sie die Stelle, die der verschütteten Person am nächsten ist. Dann beginnt die Feinsuche.

Die Feinsuche im Kreuz

Suchen Sie den Suchbereich entlang zweier rechtwinkliger Achsen ab, das LVS gut ausgerichtet. So finden Sie die Stelle mit der geringsten Distanz. Danach kommen die Sonde und anschliessend die Lawinenschaufel zum Einsatz.

Merken Sie sich:

  • Eine Rettung mit LVS + Sonde + Lawinenschaufel dauert durchschnittlich 11 Minuten.
  • Eine Rettung mit LVS + Lawinenschaufel dauert durchschnittlich 25 Minuten.
  • Eine Rettung mit LVS ohne Sonde und Lawinenschaufel dauert durchschnittlich 1 bis 2 Stunden.

Risiken und Realität einschätzen

Die Realität einer LVS-Suche

Die LVS-Suche kann durch menschliche Faktoren gefährdet werden. Der Rider, der zu Hilfe eilt, hat vielleicht zu wenig oder zu lange zurückliegende Übung im Umgang mit dem LVS. Er kann:

  • die richtigen lebensrettenden Handgriffe vergessen haben,
  • nicht über die nötigen Automatismen verfügen,
  • vom Stress überwältigt werden,
  • nicht die richtigen Entscheidungen treffen,
  • oder Mühe haben, eine Gruppe von Rettern zu koordinieren.

Mit möglicherweise tragischen Folgen für die verschüttete Person…
Deshalb ist es entscheidend, eine Ausbildung zu absolvieren, etwa die WEMountain-Ausbildung. Denken Sie daran: Lawinen können jeden treffen. Die WEMountain-Ausbildung, deren präventiver Nutzen unbestritten ist, verringert Ihr Risiko, von einer Lawine erfasst zu werden. Sie lernen ausserdem alle richtigen Verhaltensweisen, um schnell zu reagieren und eine verschüttete Person zu retten.

Gut zu wissen: 80 % des WEMountain-Kurses sind dem Vermeiden gewidmet, denn die Sicherheit des Skifahrers hängt von der Prävention vor der Lawine ab, nicht danach.

Die wahren Risiken bei einer LVS-Suche

Welche Risiken bestehen bei einer LVS-Suche?
Auch hier stellen die menschlichen Faktoren ein klares Risiko dar. Fehler, Vergesslichkeit und Panik können eine wirksame LVS-Suche beeinträchtigen. Zu berücksichtigen sind auch die Umweltrisiken in der instabilen Umgebung, die das Gebirge nun einmal ist. Achten Sie auf Nachlawinen, also Sekundärlawinen. Schliesslich ist auch der Zeitfaktor ein echtes Risiko. Bei Zeitverlust (vor allem beim Auffinden der Verschütteten) oder einer falschen Strategie ist das Leben der verschütteten Personen stark gefährdet. Die Überlebenszeit nach einer Lawine nimmt mit jeder Minute deutlich ab. Gut zu wissen: Im Durchschnitt dauert es eine halbe Stunde, um einen verschütteten Skifahrer zu finden und zu retten.

Auch hier hilft eine Ausbildung, bestmöglich zu reagieren.

Im Fokus: die LVS-Suche von Victor Liebenguth

Ruhe bewahren: der Schlüssel

Wie gesagt: Die Zeit drängt, wenn man ein Lawinenopfer retten muss. Victor Liebenguth hat das im Januar 2020 in Verbier (Schweiz) erlebt. Der ehemalige Profi-Snowboarder aus Frankreich, der seit 1997 fährt, hat damals zusammen mit Freunden zwei von einer Lawine verschüttete Snowboarderinnen gerettet. Er erzählt.

«Wir waren am besten positioniert, um mit der Suche zu beginnen. Wir konnten die beiden bis zum letzten Moment beobachten, uns Anhaltspunkte merken und schnell mit der Suche beginnen. Dadurch konnten wir ziemlich schnell reagieren.»

Zumal Victor und seine Freunde alle gut ausgebildet und im Umgang mit solchen Szenarien erfahren waren. Victor Liebenguth absolviert jedes Jahr die WEMountain-Ausbildung, um die richtigen Reflexe präsent zu halten. Er fährt fort: «Eine der Snowboarderinnen hatte den Kopf noch ausserhalb des Schnees, wir konnten sehr schnell eingreifen. Die andere war richtig verschüttet, wir haben weniger als fünf Minuten gebraucht, um sie auszugraben. Wir haben die Rettung alarmiert und das ganze Protokoll befolgt. Es war ein schwieriger Morgen, rund um uns fuhren während der Rettung weiterhin Leute Ski… Es war eine extrem beklemmende, erschreckende Situation. Wir konnten Ruhe bewahren, uns genau an das halten, was man in solchen Situationen tun muss, und alles in der richtigen Reihenfolge machen.»

Die Wirkung der WEMountain-Ausbildung

Für Victor Liebenguth ist es selbstverständlich, die Ausbildung von WEMountain regelmässig zu absolvieren. Jedes Jahr oder alle zwei Jahre wiederholt der Snowboarder das E-Learning und die Geländekurse (T-Learning). Diese Kurse helfen ihm, sein Wissen aufzufrischen und die bewährten Vorgehensweisen präsent zu halten. «Bei solchen Themen sollte man nicht einfach nach dem Prinzip Versuch und Irrtum lernen!», bestätigt Victor. «Organisationen wie WEMountain, die dieses Wissen und diese bewährten Vorgehensweisen zugänglich machen, sind unverzichtbar. Eine wirksame Rettung setzt eine gute Ausbildung voraus. Wenn du Zeit damit verlierst, dich mit den Mitgliedern deiner Gruppe abzusprechen, wer bei der Suche was macht, ist das verschwendete Zeit. Bei dieser Rettung haben wir die Rollen verteilt (du alarmierst den Heli, du beginnst zu sondieren usw.). Das war ziemlich präzise abgestimmt.»

Victor Liebenguth ergänzt seine Gedanken zur Bedeutung der Ausbildung: «Man kann sich gut vorstellen, dass wir ohne Ausbildung die letzte Stelle, an der sich die von der Lawine mitgerissenen Personen befanden (Last Seen Point, LSP), womöglich nicht erkannt hätten. Dann hätten wir vielleicht 50 m weiter oben mit der Suche begonnen, was uns wertvolle Minuten gekostet hätte.»

Die WEMountain-Kurse konzentrieren sich darauf, Risiken am Berg zu vermeiden. Sie stärken die Sicherheit von Skifahrern und Snowboardern bei ihrem Sport. Denn menschliche Faktoren wie übermässiges Selbstvertrauen haben einen grossen Einfluss auf Unfälle. Die WEMountain-Ausbildung und die damit verbundene Prävention bieten eine echte Lösung.

Fazit: Auf die LVS-Suche vorbereitet sein, ein entscheidender Schritt

Die LVS-Suche findet in Lärm, Kälte und grossem Stress statt. Sie verlangt, nicht in Panik zu geraten und einen klaren Kopf zu behalten. Im Gelände zählt jeder Handgriff, jedes Zögern kostet Sekunden. Deshalb bleiben Prävention, Ausbildung, regelmässiges Üben und gute Vorbereitung die besten Verbündeten aller Wintersportler. Das Lawinenverschütteten-Suchgerät ist eine Notfallausrüstung. Zur Erinnerung: In 90 % der Fälle werden Lawinen vom Rider selbst oder von einem Mitglied der Gruppe ausgelöst. Die Risiken und die Realität der LVS-Suche einzuschätzen heisst, bereit zu sein, sich auszubilden, zu üben und demütig gegenüber dem Berg zu bleiben. Wenn der Moment einer LVS-Suche kommt, gilt es, präzise und mit kühlem Kopf zu handeln. So wird Ihre Rettungsaktion zum Erfolg.

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